Bereits Mitte des letzten Jahrhunderts entwickelte der amerikanische Soziologie Harold D. Lasswell eine Formel, mit der er die Bedeutung von Massenkommunikation erfassen wollte:

Die Lasswell-Formel bringt die Wirkung von Massenkommunikation auf den Punkt:

  • Lasswell-Formel in Englisch: Who says What in Which Channel to Whom with What Effect?
  • Lasswell-Formel auf Deutsch: Wer sagt was in welchem Kanal zu wem mit welcher Wirkung?

Unschwer erkennbar ist, dass die Lasswell-Formel von einer autonom handelnden Einheit ausgeht, die von sich aus Ziele und Umsetzung von Kommunikation betreibt. Dass Kommunikation ein wechselseitiger Prozess ist, tritt bei der Lasswell-Formel eher in den Hintergrund. Deshalb passt die Lasswell-Formel recht gut in herkömmliche Massenmedien, wo wenige die Möglichkeit haben, die Ziele und Inhalte des Kommunikationsprozess zu steuern. In den Zeiten des Internets (insbesondere beim Web 2.0 mit vielen Mitmachmöglichkeiten der Nutzer) ist dieses Verständnis der Lasswell-Formel nicht mehr zeitgemäß.

Die Lasswell-Formel ist aber gut geeignet die unterschiedlichen Bereiche journalistischer Kommunikation zu beschreiben:

  • Wer hat die Möglichkeit über die Medien Einfluss auszuüben?
    Hier geht es bei der Lasswell-Formel um die Gatekeeper und andere wichtige Personen im Kommunikationsprozess, die an Schlüsselstellen sitzen und über die Inhalte der Kommunikation bestimmen dürfen.
  • Was sind die Inhalte, die die Kommunikation bestimmen?
    Die Inhalte der Kommunikation werden durch unterschiedliche Arten von Medien mitbestimmt. Ein Interview wirkt anders, je nach Medium oder Umfeld. Diese Überlegung geht in die Lasswell-Formel ein.
  • Welcher Kanal wird verwandt? Kanal ist ein sehr komplexer Begriff, der sowohl unterschiedliche Medien von Kommunikation wie auch unterschiedliche Zugangsweisen menschlicher Informationsaufnahme meinen kann. So gibt es nach dem Verständnis der Lasswell-Formel mindestens zwei Ebenen der Informationsaufnahme und damit zwei unterschiedliche Kanäle. Emotionalität und Rationalität in der Informationsaufnahme ergänzen sich.
  • Wem wird etwas gesagt? Hier geht es bei der Lasswell-Formel um die Rezipienten und ihre unterschiedliche Bereitschaft, die Botschaften des Senders wahrzunehmen und zu berücksichtigen.
  • Welcher Effekt tritt auf? Dies ist das Thema der Wirkungsforschung bzw. der Medienwirkungsforschung.

Die Lasswell-Formel macht deutlich, dass Kommunikation ein komplexer Prozess ist. Man sollte sich auch klarmachen, dass die Entwicklung des Internets diese Komplexität noch steigert, weil die einseitige Steuerung des Kommunikationsprozesses tendenziell aufgehoben wird.

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